Ausbilderbeleidigung bei Facebook – fristlose Kündigung zulässig?

Bezeichnet ein Auszubildender seinen Ausbilder in seinem Facebook-Profil als „Menschenschinder und Ausbeuter“, so kann der Arbeitgeber das Ausbildungsverhältnis mit dem Auszubildenden fristlos kündigen, da die Wörter Menschenschinder und Ausbeuter eine Beleidigung des Ausbilders darstellen, welche der Arbeitgeber nicht tolerieren muss (LAG Hamm, Urteil vom 10.10.2012, Az.: 3 Sa 644/12). Grobe Beleidigungen eines Vorgesetzten oder eines anderen Arbeitskollegen durch einen Arbeitnehmer oder Auszubildenden, die wie im vorliegenden Fall nach Form und Inhalt eine erhebliche Ehrverletzung für den Betroffenen bedeuten, stellen einen erheblichen Verstoß des Arbeitnehmers bzw. Auszubildenden gegen seine Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis dar und können daher eine außerordentliche fristlose Kündigung rechtfertigen (vgl. BAG, Urteil vom 10.10.2002, Az: 2 AZR 418/01 – AP Nr. 180 zu § 626 BGB). Solche Beleidigungen sind daher erst recht dazu geeignet, den Ausspruch einer ordentlichen verhaltensbedingten Kündigung zu rechtfertigen (vgl. Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 04.05.2011, Az.: 8 Sa 361/10).

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